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WAZ Bottrop-Kirchhellen vom 10.01.2010 :

Schöne Alternative zur Eröffnung von Ruhr.2010

Den wunderschönen romantischen „Karneval der Tiere" des Franzosen Camille Saint-Saens kennen die Musikfreunde. Doch der Tänzer Rolf Gildenast, lange Jahre Aushängeschild des „Ballett Schindowski" in Gelsenkirchen, und Kantor Michael Landsky (Neuss) warteten mit einer Uraufführung auf, die sich an jenem Opus orientiert haben könnte.

Siebzig, teilweise noch sehr junge und gespannte Besucher, erlebten die Mischung aus Text, Musik, Tanz und Pantomime. Wie immer bezog auch hier Gildenast, ein ungemein aktiver, kreativer und vielseitiger Künstler, die Kinder mit ein in das bildhafte Geschehen um Wal und Löwe, Schlange und Lamm, Fisch und Heuschrecke . . . Wer das Alte und Neue Testament liest, wird bald feststellen : Die Geschichten sind voller tierischer Anspielungen und Begebenheiten rund um des Menschen animalische Gefährten.

Ob Jona und der Wal, ob Daniel in der Löwengrube, ob Adam und Eva mit der Schlange, ob die Heuschrecken als Strafe für den uneinsichtigen Pharao, ob Michael und der böse Drachen - die Bibel steckt voller Wunder und Tier-Mensch-Parabeln. Von diesen handelt diese unterhaltsame Stunde, in der die Orgel einmal nicht melodiös, lyrisch oder balladesk die Register belebt. Im Gegenteil : Landskys Musikbilder gehen ganz auf die jeweilige Situation ein. Die Orgel wird zum Illustrator und Kommentator des eigentlich gar nicht karnevalistischen Geschehens.

Gildenast entdeckt in der Bibel in den „alten" Geschichten moderne, heutige, immer gültige Aussagen über die Beziehung zwischen Mensch und Tier, über das Gute und das Böse, über das Lebendige und das Vergessene. Seine Lektion aus sprechender Geste und sprunghaftem Tanz will Grundbestimmungen der Welt und der Gesellschaft vermitteln.

Letztlich steht über dem Stück, das mit viel Beifall verabschiedet wurde, der allgegenwärtige Geist der Toleranz und des Friedens: Alle Wesen müssen miteinander auskommen. Doch dazu wird nicht der pädagogische Zeigefinger erhoben - die Geschichte(n) werden prall musikalisch und tänzerisch umgesetzt in diesem ungewöhnlichen, einfühlsamen Multi-Theater.                                                             Landskys völlig uneitles, ganz auf den Tanz und die Bilder bezogenes Orgelspiel und Gildenasts auf die Kinder gemünztes Verständnis von Bibel, Religion und Hilfsbereitschaft machten die Premiere in diesem Haus, das erstmals von „Orgel Plus" einbezogen wurde, kostbar und nachhaltig. Die jungen Leute, die Gildenast sogar zu einer menschlichen Pyramide animierte, werden diesen Nachmittag in Grafenwald so schnell nicht vergessen.                                                                                                                   Hans-Jörg Loskill

 

[Dorstener Zeitung] [WAZ Gladbeck]

Dorstener Zeitung vom 19.2.2010

Tierisch” biblische Geschichten begeistern

„Für mich sind die Tiere der Bibel beim Tanz von Rolf Gildenast lebendig geworden", war Pfarrerin Friederike Vethacke fasziniert von der Darbietung.

„Mit Karneval der Orgel - Tiere der Bibel im Zeichen des Fisches" für Kinder ab drei Jahren und Erwachsene machte das Festival „Orgel PLUS" erstmalig in Grafenwald Station. Mit vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten sowohl der Orgel als auch des Körpers erzählten Rolf Gildenast und Michael Landsky diese und weitere „tierisch" biblische Geschichten.

„Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst", freute, sich Vethacke, dass mehr als 70 überwiegend junge Leute und Kinder trotz Schnees und Sturms in das ev. Gemeindezentrum an der Martin-Luther-Straße gekommen waren.

Immer wieder verstand es der Tänzer, Choreograph und Tanzpädagoge Rolf Gildenast, auch mit dem Bau einer menschlichen Pyramide das junge Publikum mit einzubeziehen. Organist Michael Landsky improvisierte sein Spiel an der Orgel und ließ so musikalisch die getanzten Bilder lebendig werden. So erschienen Jona und der Wal, der im Alten Testament als großer Fisch bezeichnet wird, die Schlange mit Adam und Eva, die den Pharao bestrafenden Heuschrecken 'sowie Michael und die Drachen.

Eine etwas andere Form von biblischer Geschichte hiel so tänzerisch und rnusikalisch Einzug in den kleinen Kirchenraum. Jung wie Alt waren gleichermaßen begeistert und spendeten den beiden Künstlern nach dem 60-minütigen Programm den verdienten Beifall.

WAZ Gladbeck vom 19.5.2010

Getanztes Orgelkonzert

„Ein getanztes Orgelkonzert für die ganze Familie mit Geschichten aus dem Alten Testament - das gibt es bislang nirgendwo“ - da ist sich Rolf Gildenast ziemlich sicher. Jetzt gibt es das in der Lambertikirche.

Der langjährige Solotänzer am Musiktheater im Revier ist seit einigen Jahren freiberuflich tätig und hat sich religiös-biblischen Themen verschrieben. Mit einer Darbietung von choreographierten Psalmen war vor drei Jahren schon in St. Lamberti zu Gast, letztes Jahr beeindruckte Gildenast auch schauspielerisch mit einem „getanzten Kreuzweg“.

Nun jedoch will er gemeinsam mit dem Neußer Organisten und Regional- kantor Michael Landsky Kinder und deren Eltern ansprechen. „Tiere der Bibel im Zeichen des Fisches“ lautet am Sonntag, 30. Mai (um 16 Uhr), das Motto.

Und Rolf Gildenast agiert dabei nicht nur als Solotänzer, der die Rolle der Tiere choreographisch beseelt und in Bewegung umsetzt, er macht auch den Moderator, rezitiert biblische Geschichten und stellt Fragen.

„Ist die Schlange böse, nur weil sie den Menschen Erkenntnis ver-        spricht ?“ Da mag die Antwort aus Bewegung und improvisierter Orgelmusik spannend werden. Denn eine komponierte Musik gibt es nicht, nur das Choreographie-Konzept, also die Art der Bewegungen, ist festgelegt. „Wir arbeiten aber seit gut fünf Jahren zusammen, da weiß mein Partner, was er jeweils zu meinem Tanz spielen muss.“ Und das ist eben lautmalende Musik für eine „Taube, deren Flügel Hoffnung gibt“, für die „hilfreiche Heuschreckenplage“, den „unwiderstehlichen Wal“, den „Löwen wider allen Instinktes“, den „beharrlichen statt störrischen Esel“ oder das Lamm als Sinnbild Jesu. Der „angekündigte Aufwecker, der Hahn“ und der am Ende „sieglose Drache“ beenden den gut einstündigen Reigen aus Musik, Tanz und Wort.

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